Aus Versehen gesund

Das Original-Praxisbuch zum Imaginativen Resonanz-Training nach Paul Meyer B. Sc.

Das imaginative Resonanz-Training macht unsere Fähigkeit, mentale und doch gleichzeitig real fühlende Körperbilder zu erzeugen, heilwirksam.

Imaginatives Resonanz-Training und inneren Bewegung ergänzen sich vorzüglich.

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Aus Versehen gesund

Rezension von Harald Xander

Aus Versehen gesund

Imaginatives Resonanz-Training nach Paul Meyer B.Sc. 

DAS ORIGINAL-PRAXISBUCH 

mit Texten und Erfahrungsberichten von Christine Hutegger und Heike Volk 

© 2019 Gesellschaft für Freie Geistige Wissenschaft e. V. E-Mail: irt@irt-pm.com, Web: irt-pm.com 

ISBN 978-3-00-063247-1 

Fünf Jahre nach dem Tod des Begründers des Imaginativen Resonanztrainings (IRT), Paul Meyer, werden seine wichtigsten Handreichungen und Übungsgrundlagen nun auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Das innere Resonanztraining teilt sehr viele Ansatzpunkte und Erfahrungen mit der  inneren Bewegung. Die beiden Konzepte ergänzen sich sehr und lassen sich äußerst wirksam miteinander kombinieren.

Im Buch werden eingangs die Grundlagen systematisch beschrieben. Im weitaus umfangreicheren Praxisteil folgen dann Fallbeispiele zu mehr als einhundert unterschiedlichen Krankheitssymptomen. Es wird jeweils detailliert beschrieben, wie die vorgeschlagenen Übungen durchzuführen bzw. anzuleiten sind. Der Übungserfolg wird über Erfahrungsberichte der Übenden dokumentiert.

Das Konzept lässt sich in wenigen Worten wie folgt beschreiben.

Die oder der Übende wählt einen Teil seines Körpers aus Übungsbereich aus. Zunächst widmet sie ihre Aufmerksamkeit den Sinneserfahrungen mit dem realen Körper. Dabei nimmt sie Bezug auf die reale Umgebung., bevorzugt den Tisch an dem die Übende sitzt bzw. steht. Die Übende beschließt, in der Vorstellung einen Doppelgänger des Körperbereichs entstehen zu lassen, also z.B. eine vorgestellte Hand, ein vorgestelltes Bein usw. Dieses von Meyer so genannte „Körperbild“, stehe nun, so der der Autor, mit dem realen Körperbereich in Resonanz. Beide Instanzen befänden sich in einem gemeinsamen Resonanzraum. Die Erfahrungen mit dem vorgestellten Körperbereich wirkten auf den realen Körper zurück, in dem sie nach Ken Wilber unser Bewusstsein auf der kausalen Ebene ansprächen: „Wahrnehmen ohne Denken ermöglicht Heilung“.

Praktisch sieht das so aus, dass die vorgestellte Körperinstanz nun wie zuvor der reale Körperbereich mit der Umwelt in Kontakt tritt und der Aufmerksamkeitsleiter die damit verbundenen Empfindungen bei der Übenden abfragt. Wie fühlt sich also der reale Tisch für die vorgestellte Hand an? Die Übungen schließen immer damit ab, dass der Resonanzraum zwischen beiden Körperinstanzen wieder geschlossen wird. Der vorgestellte Körperreich fließt zurück in seinen realen Ursprung oder löst sich in ihn auf. Schließlich wird abgefragt, wie sich die Wahrnehmung durch die Übung verändert hat.  Damit ist ein Übungszyklus abgeschlossen. Er kann während einer Übungseinheit mehrmals bis häufig wiederholt werden. In der Regel fertigt der Aufmerksamkeitsleiter ein Protokoll der Übungseinheit, das die Veränderungen dokumentiert. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die Aufmerksamkeit der Übenden bei den Körperbildern bleibt und die Wahrnehmungen wertungsfrei bleiben.

Sowohl die Grundlagen als auch der Ablauf des imaginativen Resonanztrainings sind einfach nachzuvollziehen. Diese Rückmeldung kehrt in den vielen Erfahrungsberichten, die das Buch orchestrieren, regelmäßig wieder. 

Natürlich können die Erfahrungsberichte, so bemerkenswert sie sich lesen, den im Titel angedeuteten Anspruch des IRT als Heilungskonzept nicht ausreichend begründen. Das Ziel des Buches liegt zunächst auch eindeutig in der Darstellung der Praxis.

2016 hat Hendrik Wahler den Versuch unternommen,  „das IRT – ausgehend von der klinisch belegten Wirksamkeit – ausschließlich durch gut erforschte Wirkprinzipien und wissenschaftlich anerkannte Theorien zu erklären“ (http://www.izpp.de/fileadmin/user_upload/Ausgabe_2_2016/006_Wahler2_2016.pdf; Stand 28.11.2019) Er bewertet dabei, das IRT „als wirksam erwiesene, psychia- trisch-psychotherapeutische Methode“, für die noch weitere Untersuchungen lohnenswert erscheinen.

Bereits 2015 hat Konrad Maurer das Buch „IRT – Selbstheilung durch Vorstellung: Imaginatives Resonanztraining: Körpersymptom-orientierte Selbstheilung über die Vorstellung“. Auch hier finden sich zahlreich Hinweise auf die Wirksamkeit des Konzepts. Ob der Band in dieser Form vom Begründer der Methode als autorisiert gelten darf, ist allerdings strittig. So erklärt sich auch die Beifügung „Das Original Praxisbuch“ für die vorliegende Veröffentlichung.

Für die Praxis sind diese Fragen zunächst von eher untergeordnetem Interesse. Es bedeutet weder ein Gesundheitsrisiko noch einen nennenswerten Aufwand, einfach einige der Übungsvorschläge auszuwählen, auszuprobieren und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Die Unterstützung durch einen Aufmerksamkeitsleiter wie im Buch beschrieben, ist sicher nützlich, aber nicht zwingend notwendig.


Meine persönliche Sicht ist geprägt durch mittlerweile neun Jahre intendons® bzw. Übung der inneren Bewegung. Ich bedaure es außerordentlich Paul Meyer nicht mehr persönlich kennengelernt zu haben. Ganz sicher hätten wir uns gegenseitig in der Begeisterung über das Wunder unserer körperlichen Existenz als Seelenverwandte getroffen.  Wahrscheinlich hätten wir festgestellt, dass wir sehr ähnliche Erfahrungen gemacht und damit verbunden ähnliche Entwicklungen erlebt hätten. Wir hätten uns gegenseitig darin bestätigt, dass das Felde zwischen Geist, Seele, Körper und Leib, wie immer man es nennen mag, außerordentlich erfüllende Überraschungen für uns bereit hält.

Wir hätten auch viele Anlässe gefunden, IRT und intendons® gegenüber zu stellen, um unsere Eigenheiten zu rechtfertigen oder zu verteidigen. 

Ich hätte dabei die These vertreten, dass IRT noch dem Spektrum der „Mentalisierungstechniken“ (vgl.  Ulrich Schultz-Venrath, Lehrbuch Mentalisieren) oder als besonders wirkungsvolle Variante des  „Zugriffs auf den virtuellen Körper“ (vgl.  Butler/Moseley, Schmerzen verstehen) zuzuordnen sei. Wobei der Schritt von der reinen Vorstellung einer Bewegung hinein in das Kontaktempfinden mit einem realen Gegenstand als originäre Errungenschaft des IRT zu werten ist.

intendons® hat vom selben Ausgangspunkt aus einen noch anderen Weg genommen, nämlich direkt zu den Sensation, die eine vorgestellte Bewegung im Körperinnern auslösen können, vor allem dann, wenn sie dort reale Bewegungen und hier vor allem in den tieferen Gewebeschichten anstoßen. Während sich im IRT der Begriff „Resonanz“ auf das Zusammenspiel von vorgestelltem Körperbild und realem Körper bezieht, verwende ich in Zusammenhang den Resonanzbegriff in Bezug auf das Verhältnis von Intention, Emotion und Faszien und darüber hinaus in Bezug auf das Verhältnis von gemeinsam Übenden.

Die haptischen Empfindungen des vorgestellten Körperteils in Kontakt mit einem realen Gegenstand (z.B. einem Tisch) sind für IRT zentral, die ganzkörperliche Aktivierung der Faszie eher ein Nebeneffekt, bei intendons® ist es gerade umgekehrt.

Gemeinsam haben beide Konzepte die systematische Grundlegung und Durchdringung der Übungen. Auch hier finde ich viele Überschneidungen, Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede.

Das IRT und das Faszien-Coaching mit intendons® passen hervorragend zusammen. Beide Ansätze lassen sich mühelos kombinieren. 

Die Wege zur „Heilung aus Versehen“ sind breit genug.